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Der Bezirk Krems

Mit dem STALAG XVII B Krems-Gneixendorf befand sich hier das größte Kriegsgefangenenlager der „Ostmark“. Bis zu 66.000 Soldaten aus Polen, Frankreich, Belgien, Italien, der Sowjetunion, den USA und anderen Ländern wurden nahe der Ortschaft Gneixendorf festgehalten.

 

Von besonderem Interesse im Forschungsprojekt sind die Kontaktzonen der Kriegsgefangenen mit der lokalen Bevölkerung, die sich vor allem aufgrund des Zwangsarbeitseinsatzes ergaben. Die sogenannten „Außenkommandos“ wurden land- und forstwirtschaftlichen Betrieben sowie Fabriken und Industrie- und Handwerksunternehmen zugeteilt. Auch die umfangreiche Bautätigkeit in Krems während der NS-Zeit profitierte von der Zwangsarbeit: Zwangsarbeiter wurden u.a. beim Ausbau des Hafens, bei der Errichtung des Stahl- und Blechwalzwerkes „Schmitthütte“ und deren Werksiedlung in heutigen Stadtteil Lerchenfeld eingesetzt. Untergebracht waren die Kriegsgefangenen in Baracken oder leerstehenden Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe zu ihren Arbeitsstätten.

 

Ebenfalls untersucht werden die Lebensbedingungen und Lager von zivilen Zwangsarbeiter*innen im Bezirk, viele aus Polen und der Ukraine, die im Raum Krems Zwangsarbeit leisten mussten – ein bis heute gänzlich unerforschtes Thema. In weiteren NS-Zwangslagern waren ab 1944 vor allem ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter*innen untergebracht, solche befanden sich u.a. in Langenlois, Dross, Furth, Mautern, Rossatz oder Spitz an der Donau. Das Forschungsprojekt geht den Spuren dieser unterschiedlichen NS-Zwangslager nach, die heute kaum mehr sichtbar oder zwar sichtbar, aber nicht in ihrer vollständigen historischen Dimension ausgewiesen sind. 

Informationen: Assi.-Prof. Dr. Edith Blaschitz